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DIE GESCHICHTE DER STADT IT ZEHOE

Die Bedeutung des Namens „Itzehoe“ ist den

Historikern bis heute verborgen geblieben. Alte

Schriften aus dem 12. Jahrhundert sprechen von

„Ekeho“. Im 14. Jahrhundert beginnt sich die Be-

zeichnung „Itceho“ durchzusetzen.

Die Stadtgründung lässt sich durch die Gründungs-

urkunde von „Adolf, von Gottes Gnaden Graf von

Holstein“ exakt auf das Jahr

1238

datieren. Die

wirtschaftliche Entwicklung Itzehoes wurde neben

der

1238

ausgesprochenen Zollbefreiung

vor allem von der

1260

hinzugefügten

Verleihung des Stapelrechts befördert.

Das Privileg bezog sich auf das Stapel-

recht für die flussaufwärts betriebene

Störschifffahrt. Die Stör war im Mittelalter

bis weit in den Neumünsteraner Bereich

schiffbar und bis zum 19. Jahrhundert

einer der wichtigsten Handelswege der

Region.

Das erste Zeugnis, das uns Einblick in die

fortgeschrittene Entwicklung des Ortes

ermöglicht, ist eine Urkunde aus dem

Jahr

1257

, in der den Bürgern der Stadt das Recht

zugestanden wird, ihren Markt zu vergrößern. Frühe

Handelspartner waren im 15. Jahrhundert Stade,

Lübeck, Dänemark und die Niederlande.

Um das Jahr

1500

dürfte die Einwohnerzahl der

Stadt zwischen 1100 und 1200 Personen gelegen

haben.

Im August

1657

wurde die Stadt von den Schwe-

den mittels „besonders dazu zugerichteten glühen-

den Kugeln“ in Brand geschossen und schließlich

in Schutt und Asche gelegt. Nach dem Wieder-

aufbau wurde am 31. März

1661

St. Laurentius

wieder geweiht. Erst 1841 wird wieder eine auf-

wendige Renovierung erforderlich. Heute noch ein

Schmuckstück am Markt ist das alte Rathaus der

Stadt, für das

1695

der Grundstein gelegt wurde.

Die heutige Höhe hat der Bau allerdings erst

1893

durch das Aufsetzen eines zusätzlichen Stockwerks

bekommen.

Ein herausragendes Ereignis für das feierfreudige

18. Jahrhundert war die fünfhundertste Wieder-

Itzehoe – die Historie unserer Stadt

kehrt der Privilegierung von

1238

. Der Festtag

begann mit Kanonenschüssen und vom Kirchturm-

trum geblasenen Kirchenliedern.

Ab

1780

beginnt auch in Itzehoe langsam das In-

dustriezeitalter. Nach dem „Kieler Frieden“

1814

erholt sich die Stadt nur langsam von den Folgen

der Napoleonischen Kriege. Etwa ab

1817

herrscht

dann wieder eine gewissen Aufbruchstimmung, die

Dreimastbark „Gustav“ wird für den Walfisch- und

Robbenfang gekauft.

1844

bemühen sich die Ge-

werbetreibenden um einen Anschluss an die Bahn-

verbindung, die von Altona nach Kiel führt, was

allerdings erst im Jahre

1857

gelingt.

Die Jahre zwischen

1851

und

1866

brachten große

Veränderungen. Nach vielen hundert Jahren unter

Dänischer Obrigkeit, gelangte die Stadt in dieser

Zeit unter preußische Herrschaft, die Wirtschaft

wandelte sich zum Industriestandort. Im Jahre

1856

heißt es: „Itzehoe ist ein lebhafter Ort und

schein sich von Jahr zu Jahr zu heben“.

Von

1873

bis

1914

setzte ein andauerndes, nie

zuvor gekanntes Wachstum von Industrie und ge-

werblicher Wirtschaft ein. Bereits

1862

wurde die

„Gustav Ludwig Alsen & Comp. Cementfabrik“ ge-

gründet.

Die wohl einschneidenste Maßnahme der Neuzeit

war wohl die Zuschüttung der Störschleife. Immer-

hin wurde die Stadt bei Sturmfluten zwischen

1882

und

1966

vielfach überflutet. So wurde diese Maß-

nahme zunächst begrüßt – und heute bedauert.