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HISTORISCHES AUS ITZEHOE

Blick in die Geschichte - Die Zuckerfabrik in Itzehoe

Mit der Zuschüttung der Störschleife in Itzehoe in

den 1970er Jahren verschwand nicht nur ein

markantes Wahrzeichen der Stadt, sondern auch

der letzte Rest einer der größten Wirtschaftszweige

im Kreis: die Zuckerfabrik von de Vos. Im Jahre

1840 durch den Belgier Charles Pierre von de Vos

gegründet, stieg das einst kleine Unternehmen zum

größten Arbeitgeber um 1900 im Kreis auf. Durch

den Anbau eigener Zuckerrüben, die günstigen

Transportwege aufgrund der angrenzenden Stör und

des neu entstandenen Eisenbahnnetzes konnte von

de Vos seinen Handel stetig ausbauen. Als 1881

Kaiser Wilhelm I. zum Manöver nach Lockstedt kam,

residierte er im vornehmsten Haus der Stadt: in der

Villa Westerhof von Charles von de Vos. Als Dank für

die Gastfreundschaft übersandte der Kaiser dem

Fabrikanten eine Prachtvase der Königlichen Porzel-

lanmanufaktur Berlin, die sich im Kreismuseum

erhalten hat.

Nach dem Tod des einzigen Erben im Ersten

Weltkrieg wandelte von de

Vos die Fabrik 1919 in

eine Aktiengesell-

schaft um und

verschenkte im folgen-

den Jahr seine Villa an

die Stadt. Im Zuge der

Verfolgung Homosexuel-

ler durch die Nationalso-

zialisten erhängte sich der

82jährige Fabrikant. Sein

Vermögen wurde konfisziert.

Die Zuckerfabrik existierte bis

1943. Die Gebäude wurden

bis zum Abriss 1971/72

von der Firma Thams &

Garfs aus Hamburg als

Großlager genutzt.

Theaterplatz · 25524 Itzehoe

Telefon (04821) 67 09 31

E-Mail:

theaterkasse@itzehoe.de www.theater-itzehoe.de